Annette bloggt

Mein Weg zu mehr Fairantwortung
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Bilderbuch

10. September 2020

Im Zusammenhang mit dem Tönnies Skandal hatte ich vor einigen Wochen ein Gespräch mit einer Freundin zum Thema Tierhaltung. Nun habe ich ein tolles Bilderbuch gefunden, das einen realistischen Blick auf Bauernhöfe wirft, anstatt eines sonst künstlich idyllischen Blicks.

Im Klappentext heißt es:

Wie sieht das Leben der klassischen Bauernhoftiere in der heutigen Zeit aus? Dieses Buch gibt Einblicke in die Haltung von Schweinen, Rindern, Hühnern und weiteren Tieren in der modernen Landwirtschaft. Sachkundig und ohne zu werten zeigt es die Unterschiede zwischen der industriellen und der ökologischen Tierhaltung. Und es führt uns vor Augen, wie wir alltäglich mit unsrem Wesen über die Lebensbedingungen der Tiere mitentscheiden. Ein ehrliches Sachbilderbuch jenseits der üblichen Bauernhof-Klischees.

Ich bin sehr gespannt, wie meine Freundin und ihre Kinder es finden.

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Wachstum

8. September 2020

Heute folgen einige spannende Zitate und Aussagen aus Harald Welzers Buch „Alles könnte anders sein“ zum Thema Wachstum:

Nur Illusionisten wie FDP-Politiker und manche Wirtschaftswissenschaftler träumen heute noch von Märkten, deren Wachstum durch nichts beschränkt wird. Das ist wahrlich unrealistisch. 

Wir holen alles was wir zur Erzeugung unseres Wohlstands brauchen von außen, und genau dorthin schaffen wir das meiste weg, was nach dem Gebrauch der Dinge übrig bleibt: Schrott, Abfall, Emissionen.

Befriedigte Bedürfnisse und erfüllte Wünsche sind der Tod der Wachstumswirtschaft. Und deshalb ist ihre Geschäftsgrundlage die Produktion von Unglücklichsein.

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Lesenswert

Alles könnte anders sein

6. September 2020

Die letzten Wochen habe ich dieses Buch von Harald Welzer gelesen. Wie auch die anderen Bücher von ihm hat es mich: motiviert, erschreckt, aufgerüttelt, nachdenklich gemacht. Und ich finde so muß ein Buch sein.

Im Buch geht es grundsätzlich um unsere Zukunft. Es geht um Themen wie Migration, Digitalisierung, Konsum, Klima, Wachstum, Demokratie, Kapitalismus…

Meiner Meinung nach ein absolut lesenswertes Buch für alle Menschen die sich die Frage stellen: wie gehts weiter.

Eine ganz konkrete Idee dazu beschreibe ich die nächsten Tage in meiner Kolumne auf www.rottweil-inside.de und hier werde ich die nächsten Wochen immer mal wieder Zitate aus „Alles könnte anders sein“ posten.

Viel Spaß beim lesen!

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September

5. September 2020

That old September feeling, left over from school days, of summer passing, vacation nearly done, obligations gathering, books and football in the air. Another fall, another turned page: there was something of jubilee in that annual autumnal beginning, as if last year’s mistakes had been wiped clean by summer.

Wallace Stegner

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„Wir schaffen das“ Gastbeitrag von Helmut Stoklossa

1. September 2020

Mein Parteifreund Helmut Stoklossa hat einen fundierten und interessanten Aufsatz zum Thema „Wir schaffen das“ geschrieben. Er ist als ehrenamtlicher Betreuer aktiv. Ich freue mich, dass ich ihn hier veröffentlichen darf!

Bilanz von fünf Jahren „Wir schaffen das“ vom 24.08.2020

Was haben wir geschafft, wie geht es den Betroffenen bei uns?

Für ein demokratisches, humanes Deutschland mit christlichen Wurzeln hat vor 5 Jahren die Pfarrerstochter und Kanzlerin Angela Merkel die spontane Entscheidung getroffen für rund 5000 Flüchtlinge, die an der ungarischen Grenze festsaßen, dass Deutschland sie aufnehmen konnte. Eine Entscheidung mit Folgen. „Wir schaffen das“ wurde zum geflügelten Wort. Tatsächlich wurde vielen dieser Menschen geholfen, diese Zuversichtserklärung hat viele ehrenamtliche Helfer in Deutschland mobilisiert, ohne die Integration nicht möglich gewesen wäre und immer noch ist. Die Kritiker haben allerdings diese gute Absichtserklärung, die auf die konkrete Situation der 5000 festsitzenden Flüchtlinge gerichtet war, für ihre Zwecke immerfort missbraucht und über die Jahre verallgemeinert. Dabei wird immer übersehen, dass Flüchtlinge kein deutsches Problem sind sondern mindestens ein europäisches. Die Kanzlerin hat es nicht geschafft, die übrigen EU- Staaten mit ins Boot zu kriegen. Wenn man sich vorstellt, 1 Mill. Flüchtlinge hätten verteilt werden können auf 28 EU-Länder, wären auf jeden Staat im Schnitt 36000 Personen entfallen. Umgerechnet mit dem Einwohnerschlüssel der Bundesrepublik wären dabei allein auf Baden- Württemberg lediglich 4800 Geflüchtete entfallen. Eine Anzahl, die überhaupt nicht ins Gewicht gefallen wäre. Diese Einsicht war also nicht zu vermitteln. Stattdessen hat Deutschland die Hauptlast übernommen. Halten wir uns vor Augen, wie viele Millionen Flüchtlinge kleine, arme Anrainerstaaten um Syrien herum aufgenommen haben, in diesem Punkt muss sogar die Türkei gelobt werden. Und das wirtschaftlich gesunde Deutschland und Europa bringen einige hunderttausend Flüchtlinge aus der Fassung? 

Wir haben es als europäische Staaten nicht geschafft, die Mittelmeeranrainerstaaten zu unterstützen oder zu entlasten in ihrer Funktion als Durchgangsländer für Flüchtlinge, ein Armutszeugnis für alle. Stattdessen wurde Abschottung versucht oder perfektioniert wie im Falle mit dem unmoralischen Deal mit der Türkei oder der Abwehrflotte auf dem Mittelmeer und Rückführung der Menschen nach Libyen. Viele zehntausend Flüchtlinge ertranken und klagen an. Diesem menschenunwürdigen Geschachere  um die Seenotrettung im Mittelmeer und der Anlandung der Seenotrettungsschiffe haben Gott sei Dank unsere Kirchen energisch widersprochen.  Die ev. Hannoversche Landeskirche hat gerade ein eigenes Rettungsschiff in Betrieb genommen. Warum sind wir nicht in der Lage die Maxime durchzusetzen, „wer nicht aufnimmt muss zahlen“ um damit die willigen Aufnahmeländer zu unterstützen? 

Wir haben es auch nicht geschafft die Fluchtgründe in den Herkunftsländern an den Ursachen zu packen und zu beseitigen. Oftmals sind es wirtschaftliche Mängel mit Ursachen in der globalen und egoistischen Weltwirtschaft. Reiche Industrieländer profitieren in diesem System und behindern die wirtschaftlichen Chancen der Herkunftsländer. Diktatorisch geführte Länder in Afrika sorgen mit Korruption gerne dafür, dass es den Reichen gut geht, immer zu Lasten der armen Bevölkerung. Die Menschen treibt die pure Not aus ihren Heimatländern. Natürlich fallen diese Motive nicht unter Asyl, gleichwohl sind sie real und die internationale Politik sollte hören und handeln. Europa gibt da bisher kein gutes Bild ab.

Fragen wir nach der Integration für die anerkannten Flüchtlinge, so muss stark differenziert werden nach Herkunft, Bildungsstand und Flüchtlingsstatus. Schauen wir auf Baden-Württemberg. Bis 2017 wurden Flüchtlinge nach Herkunftsland auf die Bundesländer verteilt. Der Südwesten bekam 9000 Gambier, von denen nur ein ganz geringer Teil anerkannt werden konnte. Die Abwicklung der Verfahren dauert in der Praxis Jahre, statt Monate, diese Unsicherheit steht Integration entgegen. Die Anerkennungsgründe sind präzise definiert. Am Beispiel Gambia heißt das, es handelt sich um ein Land ohne Bürgerkrieg, ohne persönliche Verfolgung, aber um ein chaotisches Staatsgebilde mit diktatorischem Charakter und mit grenzenloser Armut. Das ist für viele der Fluchtgrund, aber kein Asylgrund. Jetzt sind diese Menschen seit 5 Jahren bei uns im Wartestand, vor allem in Baden- Württemberg gefangen. Sie können weder freiwillig zurück, noch abgeschoben werden. Bis zum Herrscherwechsel vor 2 Jahren konnte noch abgeschoben werden, danach sperrt sich die gambische Regierung bis heute, ihre Landsleute wieder aufzunehmen. Bilaterale Abkommen zur Rückführung waren nicht möglich. Diese Umstände hat unsere Kanzlerin Frau Merkel nicht zu verantworten.

Damit ist auch die Frage beantwortet, wie es denen geht, die nicht anerkannt wurden. Viele sind zurück gegangen oder abgeschoben worden, viele sind nach wie vor bei uns und ohne Perspektive. Das bleibt nicht ohne Folgen, das ist auf Dauer sozialer Sprengstoff, bleibt Aufgabe für die Politik.

Fragen wir die Menschen, wie es ihnen nach 5 Jahren in Deutschland geht. Wir haben geschafft, dass viele von ihnen in unserer Welt angekommen sind, ihren Platz gefunden haben, integriert wurden, Deutschkenntnisse vermittelt bekamen, aus den Sammelunterkünften heraus in eigene Wohnungen umgezogen sind, ausgebildet wurden, Arbeit gefunden haben und für sich selber sorgen können. Je nach Herkunftsland bieten sich unterschiedliche Chancen. Manche leben hier, sind integriert, können aber mangels Personaldokumenten nicht heiraten. Um z.B. in Gambia einen Pass zu bekommen, muss man persönlich vorsprechen. In Deutschland gibt es keine gambische Institution, die zu deren Ausstellung ermächtigt wäre.. Eriteer geben am besten ihrem Heimatland nicht zur Kenntnis, wo sie sich aufhalten, das könnte gefährlich oder nachteilig werden für die Daheimgebliebenen. Die Medallie hat zwei Seiten, wir haben manches eben nicht geschafft. 

Viele, sehr viele sitzen unter unmenschlichen Lebensbedingungen immer noch in Sammelunterkünften fest, Sie sind abgelehnt, bis zum Abschluss der Verfahren nur geduldet, ohne Arbeit oder sind mit Arbeitsverbot belegt weil sie ihre Identität nicht nachweisen können, weil ihre Asylprozesse nicht vorwärts kommen oder weil der Rückweg in die Heimat versperrt ist und träumen von einem selbstbestimmten Leben. Sie haben das geliehene Fluchtgeld umsonst investiert, können ihre Schulden ihren Verwandten nicht zurückzahlen und rechnen sich das alles als Versagen an. Flucht ist unterschiedlich teuer. Afrika ist relativ preiswert, 5 bis 6000 €, Afghanistan kostet schon 10 bis 20000 €. Rückkehr ist in den meisten Fällen ausgeschlossen, weil ihnen die Pässe weggenommen wurden oder sie nie Personaldokumente besessen haben. Da sind bittere Einsichten gefragt.

Bei fast allen Flüchtlingen zeigt sich, dass sie kein Vorstellungsvermögen haben zu deutscher Verwaltung. In vielen Herkunftsländern gibt es so etwas nicht. Da helfen auch keine Deutschkenntnisse. Wie würde jemand reagieren, der noch nie ein Automobil gesehen hat, wenn man ihm die Funktion eines Katalysators erklären würde? Mit Unverstand. An dieser Stelle sollte deutsche Verwaltung noch lernfähiger werden und erfindungsreicher. Allein ein Integrationsmanager ist für diese Aufgabe noch nicht ausreichend gerüstet, er kann in vorhandene Verwaltungsstrukturen nicht tief genug eingreifen.

Aber mindestens genau so viele sind gestrandet, ohne Chancen, ohne Zukunft, am Tropf der Sozialhilfe, enttäuscht vom Leben in ihrem gelobten Land. Sie warten auf Antworten und die Lösung ihrer Probleme. Sie sehen, wie man leben kann aber finden keinen Weg dahin.

Deutschland hat auch seine eigenen Probleme, wir sind eben doch nicht das gelobte Land was Flüchtlinge zur Flucht bewegt hat. Alle diese Unzulänglichkeiten um die sich deutsche Politik dreht betreffen unsere Flüchtlinge in gleicher Weise wie die Bürger oder noch schlimmer. Man denke an den Mangel an preiswertem Wohnraum, an das Gesundheitswesen mit zu wenigen Ärzten, an unzulängliche Bildungseinrichtungen. Wartezeiten bei Ärzten selbst bei akuten Krankheiten von mehreren Monaten sind möglich, Hausärzte weigern sich, neue Patienten aufzunehmen wegen Überlastung, dies alles ist Alltag. Wie soll ein Flüchtling am Online Unterricht teilnehmen, der keinen Computer besitzt, sich keinen Internetanschluss leisten kann und keinen WLAN Anschluss in einer Sammelunterkunft hat? Er bekommt auf Antrag Nachhilfe. Dass ein Nachhilfelehrer mitunter 50 Klienten betreut, erfahren nur Eingeweihte. Wenn man sich einmal von den Flüchtlingszahlen löst, den Vergrößerungsfaktor der Lupe erhöht und genau hinschaut, sieht man, es kann so nicht funktionieren. Der Klient wird scheitern trotz gutem Willen. Wie soll jemand eine schulische Ausbildung absolvieren, wenn die Sammelunterkunft auch nach Jahren noch Mehrbettzimmer anbietet. Ein Schichtarbeiter kommt nicht zur Ruhe in einem Mehrbettzimmer, es gibt keinen Ausweg, es stehen einfach vielerorts keine Wohnungen zur Verfügung. Eigentlich sind Sammelunterkünfte nur für kurze Zeiträume vorgesehen in jeder Obdachlosensatzung, gefragt ist eine Anschlussunterbringung, die diesem Namen auch gerecht wird. Es gibt nicht einmal eine Verordnung, die einheitlich die Ausstattung der Zimmer vorschreibt, außer diesen 7 qm Fläche pro Person. Es ist nicht in Sicht, dass Politik das schafft, es sei denn, es würde endlich neuer Wohnraum geschaffen. Flüchtlinge sind nicht wählerisch, lehnen aber zu Recht das Bett im Keller neben dem Heizwasserspeicher ab. Sie warten auf den „Marschallplan“ zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Städten und auf dem Land. Diese Erwartung haben nicht nur Flüchtlinge! Das müssen wir noch schaffen wenn der soziale Frieden erhalten bleiben soll.

Integration ist möglich. Wir haben im Südwesten in der Vergangenheit Kriegsgefangene, Kriegsflüchtlinge aus Ostdeutschland, Gastarbeiter, DDR Flüchtlinge integriert, später Russlanddeutsche, Rumäniendeutsche, Millionen Menschen, wir sollten auch die aktuelle Situation befrieden können mit dem Vorsatz: „Wir schaffen das!“

Nachtrag vom 01.09.2020:

Gerade eben bekomme ich die Nachricht, dass es verschiedene Behörden geschafft haben für willige Gambier bei uns die freiwillige Rückkehr zu organisieren. Das ist ein Durchbruch, eine Meldung die ich ehrlicherweise noch an meinen Aufsatz anhängen möchte. Das Flugzeug geht vermutlich noch diesen Monat. Es gibt einige, deren Psyche in den 5 Jahren so gelitten hat, dass sie zurück wollen. Psychologen könnten sicher Ursachenforschung anstellen. Ich sehe die Anonymität, das Nichtversorgtsein, die Kontaktarmut, das Kämpfen um alles mit und gegen unsere Behörden und sicher nicht zuletzt der Verlust der Bindung in einer gambischen Familie. 

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kein Trend!

31. August 2020

Dass vegetarische, oder sogar vegane Ernährung kein Trend sind sieht man an diesen Zahlen:

Das Volumen im deutschen Markt für Veggie-Fleisch wird sich in diesem Jahr laut aktuellen Prognosen auf rund 400 Millionen Euro verdoppeln, in zehn Jahren auf drei Milliarden Euro steigen.

Spannend find ich auch: Bis 2040 soll die tatsächliche Fleischproduktion nur noch 40 Prozent des weltweiten Fleischkonsums ausmachen, prognostiziert die Beratung AT Kearney.

Diese Infos stammen aus einem Bericht über die Firma Rügenwalder Mühle, die inzwischen mehr Umsatz mit „Veggie“-Fleisch macht, wie mit klassischem Fleisch!

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

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