Energie- und Verkehrswende: Herausforderung in globalen Lieferketten

Arbeitsplatzverluste in der heimischen Autoindustrie? Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen im globalen Rohstoffabbau? Warum der Wandel trotzdem gelingen kann

Für uns Grüne ist klar: Der Umstieg auf regenerative Energien und alternative Antriebstechnologien muss weiter vorangetrieben werden. Technologisch ist der Wandel machbar. Jetzt müssen die richtigen politischen Weichenstellungen getroffen werden, um deutlich schneller voranzukommen, als in den vergangenen Jahren. Jeder technologische Wandel bringt auch neue ökologische und soziale Herausforderungen mit sich. Was bedeutet der Umstieg auf das E-Auto für die heimische Automobilindustrie und die Arbeitsplätze, die sie bietet? Werden heute eventuell schon Jugendliche für Berufe ausgebildet, die es in wenigen Jahren nicht mehr geben wird? Was bedeutet er beispielsweise für die Menschen, die im Kongo unter einfachsten Bedingungen Kobalt oder Konfliktrohstoffe abbauen, die für viele High-Tech-Produkte von zentraler Bedeutung sind? Was können wir dagegen tun, dass der Technologiewandel zugleich Treiber für ökologischen Raubbau und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in anderen Teilen der Welt werden kann? Darüber diskutieren mit euch Annette Reif, Jürgen Kretz und Dr. Klaus Steinmüller

Annette Reif hat sich von der Sozialversicherungsfachangestellten zur Managerin in der Automobilindustrie hochgearbeitet. Seit 10 Jahren arbeitet sie bei einem großen mittelständischen Zulieferunternehmen und kennt die Möglichkeiten und Herausforderungen dieser Branche. Als Launchmanagerin verantwortet sie dort global die Neuanläufe der Produktionslinien und sorgt mit ihrem Team für einen möglichst verschwendungsfreien Anlauf.  Sie ist davon überzeugt, dass die Verkehrswende für den heimischen Mittelstand nicht nur möglich, sondern eine große Chance ist. Sie möchte, dass Deutschland im Bereich E-Mobilität eine Spitzenreiter-Position einnimmt, was unter anderem durch eine Veränderung der Subventionspolitik möglich wäre. Sie kandidiert im Wahlkreis Rottweil/Tuttlingen für den Bundestag.

Jürgen Kretz beschäftigte sich in der Demokratischen Republik Kongo intensiv mit den sozialen und ökologischen Bedingungen des Abbaus von Kobalt und Konfliktrohstoffen. Dort leitete er den Bereich wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an der deutschen Botschaft Kinshasa. Zuvor war er im Bundesentwicklungsministerium mit dem Thema nachhaltige Lieferketten auch aus der Perspektive des Textilsektors befasst, vor allem mit Fokus auf Bangladesch. Er fordert verbindliche soziale, ökologische und menschenrechtliche Standards in globalen Lieferketten. Dafür sieht er gesetzliche Regelungen als unerlässlich an. Aber auch freiwillige Initiativen können Wegbereiter sein. Seit dem ersten Crowdfunding der NGO Fairphone ist er Unterstützer und Nutzer des ersten nachhaltig hergestellten Smartphones. Er kandidiert im Wahlkreis Rhein-Neckar für den Bundestag.

Dr. Klaus Steinmüller ist Senior Consultant am THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Der Geologe und Wirtschaftswissenschaftler ist im Sektor mineralische Rohstoffe seit über  30 Jahren international tätig. Dabei arbeitete er gleichermaßen in Wissenschaft, Industrie und Entwicklungszusammenarbeit. Er beschäftigte sich insbesondere mit den ökologischen und sozialen Folgen des Bergbaus in Afrika, Südamerika, Osteuropa und Zentralasien. Solange primäre Rohstoffe für die Fertigung der Batteriezellen eine bedeutende Rolle spielen, müsse ihre notwendige Beschaffung nachhaltig und resilient sein. Dafür entwickelt er am THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien Handlungsempfehlungen.

Meldet Euch bei Interesse einfach unter info@annettereif.de