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Christsein

21. April 2021

Mit Kummer vertraut sein, doch ohne Bitterkeit leben;

an sich zweifeln, doch nicht verzweifeln;

die Verborgenheit Gottes schmerzlich empfinden und dennoch hoffnungsvoll glauben.

Um die eigene Schuld wissen und doch in der Gnade stehen.

Manches entbehren und doch alles haben.

Ich nenne es Christsein.

Maria Hüsing

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Schale

18. März 2021

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weiter gibt, während jene wartet, bis sie erfüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter…

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird zur See. Die Schale schämt sich nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle…

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (1090-1153)

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Weltgebetstag

1. März 2021

Am Freitag findet, wie immer am ersten Freitag im März der Weltgebetstag statt. Wer mich persönlich kennt weiß, dass dieser Tag mir sehr viel bedeutet.

Der Weltgebetstag, der früher „Weltgebetstag der Frauen“ hieß wird ist die größte ökumenische Basisbewegung von Frauen. Das Motto lautet: „Informiert beten – betend handeln“. Der Weltgebetstag wird in über 120 Ländern in ökumenischen Gottesdiensten begangen. 

Jedes Jahr wird ein Gottesdienst aus Frauen eines bestimmten Landes vorbereitet und dann von allen Teilnehmer*innen gefeiert. Dabei wird besonders auf die Situation der Frauen im betreffenden Land geschaut und für sie gebetet. Dieses Jahr ist das Land Vanuatu dran.

„Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst. 

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen. 

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei. 

2020 habe ich noch gemeinsam mit Frauen in Denkingen gefeiert, dass kurz darauf der Lockdown kommen würde war da noch nicht absehbar. Dieses Jahr wird es natürlich keine Präsenzgottesdienste geben. Wir alle sind jedoch eingeladen, am 5. März um 19 Uhr an einem Fernsehgottesdienst teilzunehmen, den das deutsche Weltgebetstags-komitee organisiert hat. Er ist entweder zu sehen auf „Bibel TV“ oder online unter www.weltgebetstag.de

Eine weitere Möglichkeit ist mit lokalen Frauen zu feiern. Die Kirchengemeinde Spaichingen wird einen Online Gottesdienst streamen. Mehr Infos findet ihr hier: https://www.evang-kirche-spaichingen.de/gemeinde/oekumene/weltgebetstag-der-frauen/

Ich freue mich auf diesen besonderen Weltgebetstag und hoffe, dass wir 2022 wieder gemeinsam vor Ort feiern können.

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