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Gastbeitrag: erfolgreiche Unternehmerin

19. Oktober 2020

Tanja Hezel, die mit mir im Frauenwirtschaftsforum im Orgateam aktiv ist, hat kürzlich einen interessanten Artikel zum Thema erfolgreiche Unternehmerin geschrieben. Ich freu mich, dass ich ihn hier veröffentlichen darf.

Was macht eine Geschäftsfrau wirklich erfolgreich?
Ein Beispiel ohnegleichen ist sicherlich die erfolgreiche Verlegerin Aenne Burda. Nach dem zweiten Weltkrieg baute sie einen der erfolgreichsten deutschen Zeitschriftenverlage in Lahr nähe Offenburg auf. Sie übernahm 1949 den defizitären Verlag der Geliebten ihres Mannes Elfriede Breuer. Statt sich scheiden zu lassen erreichte sie die finanzielle Unterstützung durch ihren Mann und brachte 1950 erstmals die Zeitschrift Burda Moden mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren heraus. Sie setzte sich gegen sämtliche Widerstände und Steine, die ihr in den Weg gelegt wurden, durch. Die innovative Geschäftsidee, den Leserinnen Schnittmuster zur Verfügung zu stellen, die ihnen erlaubten, die in der Zeitschrift präsentierte Mode nachzuschneidern, bescherte dem Verlag einen bahnbrechenden Erfolg. Nach dem Krieg waren die finanziellen Mittel der meisten Frauen sehr begrenzt. Aenne Burda schaffte durch die Schnittmuster die einzigartige Möglichkeit, dass sich die Frauen die Mode selbst schneidern konnten, die ansonsten unerschwinglich für sie geblieben wäre. Sie verstand es wie keine andere sich ein Netzwerk mit Vertretern aus Politik, Filmgeschäft, Mode und Medien aufzubauen.

Ein toller Filmtipp dazu, der in der ARD Mediathek zu finden ist: Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau Teil 1+2.
Gemäß aktuellen Zahlen der KfW besteht in Deutschland viel Potential für die Unternehmerfrauen. 90% aller Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind von Männern geführt. Mit steigendem Umsatz, geht auch der Anteil der Frauen in Führungspositionen zurück. Bei nur circa 6% der Unternehmen mit mehr als 5 Mio. Euro Umsatz sind Frauen an der Führungsspitze. Die KfW hat festgestellt, dass Frauen zögerlicher Investitionen tätigen, dadurch die Wachstumsmöglichkeiten nicht voll ausnutzen und sich selbst gegenüber viel kritischer sind als Männer.

Karin Meyer hat in Ihrem Buch „Persönlichkeit, Selbststeuerung und Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Unternehmerinnen“ das Fünf-Faktoren-Modell in den Zusammenhang mit den Eigenschaften einer erfolgreichen Unternehmerin gesetzt. Das Fünf-Faktoren-Modell hat unter zahlreichen Experten eine bedeutende Stellung in der Persönlichkeitspsychologie erlangt und es finden sich die verschiedensten Forschungsansätze darin wieder. Karin Meyer definiert die Eigenschaften einer erfolgreichen Unternehmerin wie folgt:

PersönlichkeitsmerkmalAusprägung einer erfolgreichen Unternehmerin 
Neurotizismus• emotionale Stabilität • Selbstbewusstsein• Stressresistenz
Extraversion• hohes Kommunikations- und Durchsetzungsvermögen
• Netzwerkbildung in Kombination mit ausgeprägten Arbeits- und persönlichen Beziehungen
• Dominanz
Offenheit (für Erfahrung) • hohes Maß an Offenheit
• Zielgerichtet eingesetzt in Unternehmensergebnisse, Veränderungen, Neuerungen 
Verträglichkeit• reduzierte Verträglichkeit (Verhandlungshärte, Durchsetzungsvermögen)
• in Kombination mit Gewissenhaftigkeit zielgerichtet ausgeprägt 
Gewissenhaftigkeit• sehr hoch ausgeprägt bei Frauen in Positionen mit viel Verantwortung
• Streben nach Leistung und die Motivation bessere Lösungen für das Unternehmen zu finden als bisher vorhanden • wirkt auf Berufserfolg, langfristig und nachhaltig 

Natürlich berücksichtigt das Fünf-Faktoren-Modell nicht alle Ausprägungen der Persönlichkeit einer erfolgreichen Unternehmerin. Die Persönlichkeit eines Menschen ist weitaus komplexer, als dass sie sich in Fünf-Faktoren beschränken ließe.
In den folgenden Newslettern möchten wir ihnen gerne weitere beeindruckende und erfolgreiche Frauen vorstellen, die in ihrem Leben viel erreicht und bewirkt haben. 

Was macht eurer Meinung nach eine erfolgreiche Unternehmerin aus? 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aenne_Burda Stand: 30.09.2020 10:34 Uhr
https://www.welt.de/lifestyle/article4203748/Aenne-Burda-Meisterin-der-Doppelemanzipation.html Stand: 30.09.2020 10:56 Uhr
Meyer, Karin: Persönlichkeit, Selbststeuerung und Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Unternehmerinnen : Mit erziehungswissenschaftlichen Implikationen. Berlin Heidelberg New York: Springer- Verlag, 2019. -ISBN 978-3-658-28873-0

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E- Mobilität

11. Oktober 2020

Ich habe ein E-Auto bestellt! Oh ha… 🙂

Mein 15 Jahre alter Golf geht so langsam in die Knie (Kolbenaussetzer…) und da war die Frage nach einem Nachfolger, auch für die vielen Fahrten im Wahlkampf. Für meine Fahrten von Aldingen nach Rietheim ist ein E-Auto optimal (zumal unser Haus mehr Strom produziert als wir verbrauchen, obwohl wir mit Strom über eine Wärmepumpe heizen). Wir hatten dann einen Vergleich der angebotenen Fahrzeuge gemacht. Ein Renault Zoe hat das beste Preis/Leistungsverhältnis. Und die Lieferzeit beträgt nur 3 Monate, anstatt bei deutschen Herstellern fast 6 Monate. Anfang Dezember wird er nun geliefert. Ich freu mich drauf.

Auch aufgrund dieser Bestellung habe ich mich mal wieder kritisch mit dem Thema E-Mobilität beschäftigt, und auch mit den vielen Vorurteilen, die es hierzu gibt. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass der motorisierte Individualverkehr weniger werden wird, besonders aber zuerst in den Städten. Bei uns auf dem Land wird dies noch länger dauern. Und übrigens, „auf dem Land“, also der ländliche Raum macht 70% der Fläche von Baden-Württemberg aus, hier leben aber nur 35% der Bevölkerung.

Also, die Vorurteile und meine Sicht darauf:

Thema Sicherheitsrisiko:

Ein erhebliches Sicherheitsrisko (Brand) gibt es nicht. Statistiken (die die noch geringere Zahl der herumfahrenden E-Autos hochrechnen) zeigen, dass Verbrenner häufiger in Flammen aufgehen. Die häufigste Ursache für Autobrände ist laut ADAC, dass Kraftstoff oder Öl austritt und auf heiße Autoteile gelangt oder Reibung von Fahrzeugteilen an brennbaren Materialien. Diese Brandursachen sind beim E-Auto praktisch ausgeschlossen.

Thema Infrastruktur:

Die fehlende Infrastruktur ändert sich täglich. Vor allem auf dem Land gibt es eine Vielzahl an Ladesäulen. Besonders für Besitzer von Eigenheimen, die selbst Strom produzieren und somit ihre eigene Tankstelle sind, gibt es das Problem gar nicht. 90% der Fahrten sind sowieso Kurzstrecken im Umkreis.

Deutschland hat eine Vorbildfunktion, unabhängig davon, dass wir (natürlich) nur einen kleinen Anteil am weltweiten Ausstoß haben. Das deutsche EEG wurde von 113 Staaten kopiert. Die Welt schaut auf Deutschland.

Vorurteil Öl: 

Es ist ein interessanter Gedanke, dass die Ölförderung nicht sinken wird, wenn es weniger Verbrenner gibt, da die Nachfrage in anderen Teilen der Welt steigt. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das würde ja bedeuten, dass es heute eine Nachfrage gibt, die bisher nicht gedeckt werden kann. Das wäre mir neu. Dass zusätzlicher Bedarf dadurch entsteht glaube ich nicht. Maximilian Fichtner vom Helmholtz Institut sagt: Der klassische Verbrennungsmotor wird ein Problem bekommen, wenn er mit fossilen Treibstoffen befeuert wird. Ab 2025 muss mehr als die Hälfte des Öls aus „unkonventionellen Quellen“ geholt werden: aus Fracking, Teersanden, der Tiefsee und der Arktis, was aus ökologischen Gründen nicht gewollt ist. Selbst wenn die Menschheit all diese Quellen nutzen würde, reichte dieses Öl beim bisherigen Verbrauch nur für 13,5 Jahre. Ab 2030 müssen mehr als 80 Prozent aus „unkonventionellen Quellen“ stammen.

Schon heute wird in Kanada in der Provinz Nord Alberta wird seit vielen Jahren im Tagebau ölhaltiger Teersand abgebaut und Erdöl daraus gewonnen. Eine Fläche so groß wie England (142.000qkm2), Wald, wird dafür umgegraben. Um 1 Barrel Rohöl zu gewinnen werden 5 Barrel Wasser benötigt. Wasser, das zurück bleibt und krebserregend ist. Wusstet ihr das? Mir war das neu.

Thema CO2 Ausstoß:

Dass Elektroautos über den kompletten Lebenszyklus betrachtet weniger CO2 ausstoßen wie Verbrenner wurde unzählige Male bestätigt. Die „Schweden-Studie“ die diese Unwahrheit 2017 in die Welt brachte wurde 2019 zurückgenommen. In den Köpfen ist es allerdings drin. Hier habe ich ausführlich dazu berichtet.

Thema Rohstoffe:

Ja für E-Autos wird eine Lithium Batterie benötigt. Wie für vieles andere auch. In Chile ist Lithium ursprünglich ein Nebenprodukt des Abbaus von Salz (z.B. Streusalz) gewesen und wird dort seit 1996 gefördert. Pro Akku werden 12kg Lithium benötigt. Im Gegensatz zu anderen Akkus kann das Lithium aus E-Auto Batterien am Ende de Lebenszeit wiederverendet werden. Um die 12kg Lithium gewinnen zu können werden 24.000kg Wasser benötigt. Um 1 kg Rindfleisch zu produzieren werden 15.000kg Wasser benötigt.

Stand heute gibt es weltweit 125 Mio Tonnen Kobalt. Stand heute werden pro Auto 6,8kg benötigt. Die Hersteller arbeiten mit Hochdruck daran dies zu verringern. Das Tesla Model 3 benötgt nur noch 2,8% davon, Tesla wird ab 2025 kein Kobalt mehr verwenden. Tesla und BMW verwenden kein Kobalt aus dem Kongo. Im Kongo gibt es ca. 50% des weltweit vorhandenen Kobalts. Kobalt ist ein Nebenprodukt des Kupfer und Nickel Abbaus.

Weiter unten findet ihr Links zu diesen Themen.

Ausserdem habe ich heute einen interessanten Artikel zur Geschichte der Elektromobilität gelesen. Ihr findet ihn hier.

https://www.deutschlandfunk.de/hofreiter-gruene-zum-konjunkturpaket-die-automobilindustrie.694.de.html?dram:article_id=477786

https://efahrer.chip.de/news/rohstoffe-fuer-e-auto-akkus-wie-kritisch-ist-die-foerderung-wirklich_101619

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/erdoel_gefahr_fuer_die_umwelt_0.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Erdölgewinnung#Ökologische_Folgen_der_Ölförderung

http://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Hintergrundinformation-Profit-um-jeden-Preis-OElfoerderung-in-Naturregionen.pdf

https://m.focus.de/auto/elektroauto/news/auf-die-laufleistung-kommt-es-an-neue-schweden-studie-co2-rucksack-von-akkus-nur-mehr-halb-so-gross_id_11431940.html

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nigeria-blei-recycling-fuer-autobatterien-vergiftet-dorf-a-1243727.html

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/tesla-akkus-wenn-elf-avocados-umweltschaedlicher-als-eine-e-auto-batterie-sind/25291904.html

http://cidadanialxmob.tripod.com/trafficrestraint.pdf

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Autoverkehr-verursacht-Folgekosten-von-141-Milliarden-Euro-4505987.html

https://www.stern.de/digital/online/warum-automatische-boote-die-selbstfahrenden-autos-abhaengen-9397098.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektroautos-Studien-zum-Schadstoffausstoss-oft-fehlerhaft-und-ignorant-4882407.html

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/porsche-im-abo-studie-sagt-40-prozent-marktanteil-fuer-auto-abos-voraus-a-4c1fc839-ded0-4daa-8911-cf3a6c5d4e9c

https://efahrer.chip.de/news/jetzt-kommt-der-preisrutsch-elektroautos-werden-bald-billiger-als-verbrenner_102949?utm_medium=efahrer-nl&utm_source=efahrer-nl-wy

https://www.greenpeace.de/teersand-kanada

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Zielgruppen gerichtetes Schreiben

3. Oktober 2020

Diese Woche war Welt-Vegetarier Tag (ich wusste gar nicht, dass es das gibt), und ich bin auf Artikel zum Thema „Ernährungsumstellung“ aufmerksam geworden. Ein Artikel hierzu wurde von GEO (ein eher links/grünes Medium) veröffentlicht, und einer von Agrarheute (eher nicht links/grün). Beide Artikel beziehen sich auf die gleiche Studie. Ich war erstaunt, wie die gleiche Studie unterschiedlich ausgelegt werden kann, einmal eben für eine eher linksgrüne Leserschaft, und einmal für eine konservative Leserschaft.  Studie und Artikel findet ihr anbei verlinkt.

Die Studie mit dem Titel „Analyse und Bewertung der gesundheitlichen und klimawandelbedingten Vorteile einer Ernährungsumstellung“ wurde von Marco Springmann, H. Charles J. Godfray, Mike Rayner, and Peter Scarborough der Oxford Universität erstellt. Sie kommt zu folgendem Fazit (dies habe ich 1:1 aus der Studie kopiert, und nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt):

Es besteht allgemeiner Konsens darüber, dass eine globale Ernährungsumstellungen mehrere gesundheitliche, ökologische und wirtschaftliche Vorteile haben könnte. Unsere Analyse bestätigt diese Ansicht und macht einen Schritt nach vorne, um bessere Schätzungen des Ausmaßes der möglichen Vorteile und ihrer Verteilung auf verschiedene Regionen zu erhalten. Es wird ein Framework eingeführt, mit dem mehrere Kosten und Nutzen in verschiedenen Sektoren gleichzeitig analysiert werden können. Die Größe des projizierten Nutzens sollte Forscher und politische Entscheidungsträger dazu ermutigen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Konsummuster zu verbessern, selbst wenn alle Vorbehalte gegen die unvermeidbaren Unsicherheitsquellen in unserer Arbeit berücksichtigt werden. Wir zeigen aber auch die Größe der Aufgabe. Um eine Ernährung zu erreichen, die einen (minimalen) globalen Konsens über den Verzehr einiger weniger wichtiger Lebensmittelgruppen verkörpert, müsste die Anzahl der weltweit verzehrten Obst- und Gemüsesorten um 25% steigen und der Verzehr von rotem Fleisch um 56% gesenkt werden. In Summe müsste die menschliche Spezies 15% weniger Kalorien verbrauchen. Wir hoffen, dass unsere Arbeit dazu beitragen wird, die gezielten, regionenspezifischen Interventionen zu ermitteln, die sowohl auf der Produktions- als auch auf der Verbrauchsseite des Lebensmittelsystems erforderlich sind, um diese Vorteile zu erzielen.

Los geht es mit dem Titel. Die Studie befasst sich mit einer Ernährungsumstellung. GEO titelt aber „Was, wenn wir alle Vegetarier wären?“, Agrarheute „Was wäre, wenn alle Menschen vegan wären?“

GEO schreibt zum Thema freiwerdende Weideflächen: 20 Milliarden Hühner, 1,5 Milliarden Kühe und je eine Milliarde Schafe und Schweine würden nicht mehr gebraucht. Dadurch würden 33 Millionen Quadratkilometer Land frei, auf denen die Tiere derzeit gehalten werden. Das entspräche ungefähr der Fläche Afrikas, so die Autoren. Die Ackerfläche für den Futtermittelanbau ist hier noch nicht einmal mitgerechnet. Weniger Nutztiere und mehr freie Landflächen helfen im Kampf gegen den Klimawandel, folgert auch AsapScience. Zwar seien viele Gebiete so trocken, dass sie sich ohne menschliches Zutun in Wüsten verwandeln würden. Und mehr Obst- und Gemüseanbau verbrauchen natürlich auch mehr Flächen. In der Summe aber könnten viele ehemalige Weideflächen wieder zu Wald werden – und der absorbiert sehr effektiv klimaschädliches CO2.

Agrarheute allerdings: Natürlich stellt sich sofort die Frage, ob diese Flächen überhaupt für den Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel genutzt werden könnten. Springmann sagt, ob sich diese Flächen wirklich für den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln eignen, hängt langfristig davon ab, wie viel Arbeit in Bodenmanagement und Bewässerung gesteckt wird.

Geo greift noch das Thema Methan auf: Vor allem aber fiele einer der größten Klimakiller weg: Das Methan, das vor allem Rinder bei der Verdauung prozieren – ein Gas, 25 Mal so klimaschädlich wie CO2. Die Tierhaltung insgesamt stoße mehr Treibhausgase aus als alle Flugzeuge, Züge und Autos zusammen.

Das wird in der Studie allerdings gar nicht berücksichtigt. 

Agrarheute nennt dafür ein Thema der Studie das GEO nicht berücksichtigt: ein Wegfall der tierischen Erzeugung wäre ein zweischneidiges Schwert: „In entwickelten Ländern hätte Vegetarismus sicher eine Menge positiver Umwelt- und Gesundheitsfolgen. In den Entwicklungsländern würde er die Armut jedoch verschlimmern.“ Denn die Nutztierhaltung trägt in vielen ärmeren Ländern wesentlich mit zum Einkommen bei.

Agrarheute schließt damit, dass die Fleischproduktion bis 2050 weiter wachsen wird, und „die Trends zu vegetarischer oder veganer Ernährung oder auch zu „Kunstfleisch“ aus der Retorte oder aus pflanzlichen Produkten, wenig daran ändern. Denn diese Trends beschränken sich vor allem auf die westliche Welt und auch hier nur auf eine eher kleine Gruppe.“

Das Fazit des GEO Artikels bringt die Überlegungen wie folgt auf den Punkt: Doch einen Schritt können wir sofort machen: Aufhören, zu viel (vor allem Fleisch) zu essen – und Lebensmittel wegzuschmeißen!

Ich finds super spannend wie Leser bei diesem Thema durch die Medien beeinflußt werden, der Vergleich dieser Artikel hat dies mal wieder gezeigt.

https://www.pnas.org/content/early/2016/03/16/1523119113

https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/landwirtschaft-waere-alle-menschen-vegan-waeren-573482?utm_campaign=ah-mo-fr-nl&utm_source=ah-nl&utm_medium=newsletter-link&utm_term=2020-10-01

https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/124-rtkl-vegetarische-ernaehrung-was-wenn-wir-alle-vegetarier-waeren

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EKD Denkschrift zum Klimawandel

1. Oktober 2020

Als evangelische Kirche sind wir davon überzeugt, dass zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels und für die Erhaltung der Lebensgrundlagen für künftige Generationen ein einschneidender Mentalitätswandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nötig ist. Eine solche Wende zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise verlangt nach einer Umkehr, die die Bibel »Metanoia« nennt, eine radikale und umfassende Umkehr.

Wir bekennen, dass wir mit dem in den Industriestaaten vorherrschenden Lebensstil und einem allein auf Wachstum setzenden Wirtschaftssystem dieser Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung nicht gerecht geworden sind. Unser Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise tragen dazu bei, dass die Ressourcen der Schöpfung in unverantwortlicher Weise ausgebeutet und Menschen ihrer Lebensgrundlagen und ihrer Lebenschancen beraubt werden. Damit machen wir uns schuldig vor Gott, seiner Schöpfung und unseren Mitmenschen. Der erste Schritt zur Umkehr muss deshalb sein, dass wir uns unser Versagen eingestehen und es nicht länger leugnen, schönreden oder die Probleme auf Nebenschauplätze verschieben.
Dieses Eingeständnis kann eine befreiende Wirkung haben, weil wir darauf vertrauen, dass Gott uns gnädig ist und dass er uns die Kraft geben kann, wirklich umzukehren und neu anzufangen. Die Gnade Gottes und seine verändernde Macht offenbart sich in einzigartiger Weise im Leben und Sterben seines Sohnes Jesus Christus. In Christus hat Gott die Mächte der Sünde und des Todes überwunden, deshalb müssen wir nicht in unserer Schuld verfangen bleiben. Der Glaube an Jesus Christus, in dem Gott uns trotz aller Sünde unsere bedingungslose Liebe gezeigt hat, befreit zu einem neuen und dankbaren Leben, das der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung dient.

(…)

Damit ein anderes, zukunftsfähiges Leben möglich und wirksam wird, muss in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft umgesteuert werden. (…) In der nationalen Politik geht es darum, gesetzliche Rahmenregelungen und wirtschaftliche Anreize einzuführen, um das Konsum- und Mobilitätsverhalten jedes Einzelnen zu verändern. Dies erfordert Konzepte für die Energie-, Wirtschafts-, Verkehrs-, Agrar- und Stadtentwicklungspolitik, mit denen der Verbrauch fossiler Energieträger gedrosselt und auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Darüber hinaus müssen der Naturschutz und die nach- haltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen verstärkt werden, um die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme zu verbessern.

(…)

Im Vertrauen auf Gott und im Glauben an seine Gerechtigkeit bekennen wir uns zu einem Leben, das die Rechte unserer Mitmenschen und zukünftiger Generationen achtet. Wir können nicht auf die bessere Einsicht anderer warten, sondern müssen selbst Zeugnis des Glaubens an die Gerechtigkeit Gottes ablegen.

(…)

Als Christen können wir andere nicht zur Umkehr rufen, wenn wir nicht selbst bereit sind, umzukehren. Dieser Ruf zur Umkehr ist jedoch kein drohender, sondern ein lebensverheißender Ruf. »Kehret um, und ihr werdet leben« – dieser Ruf will Zukunft ermöglichen. Nur scheinbar geht es um Verzicht. Dem, der es sich an Gottes Gaben genug sein lässt, der sich nicht im Streben nach immer mehr verausgabt, wird ein neues und reicheres Leben verheißen. Diesen »Perspektivwechsel« des christlichen Glaubens zu leben und weiterzugeben, ist erste Aufgabe und Verantwortung jedes einzelnen Christen angesichts des Klimawandels, aus dem alle anderen ethischen und politischen Konsequenzen abgeleitet werden können.

https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/klimawandel.pdf

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CO2 binden

20. September 2020

Vielleicht sind Euch auch schon mal diese Schilder aufgefallen. Auf meiner Fahrradrunde steht das, das ihr auf dem Bild seht. Heute hab ich mal angehalten und es mir genauer angeschaut. Sehr anschaulich und mit vielen Fakten begründet steht auf dem Schild, wieviel CO2 durch diesen Acker gebunden wird.

Als Silomais wird Mais bezeichnet, der zur Bereitung von Maissilage als Futtermittel oder Biogassubstrat angebaut wird.

Selbstverständlich bindet der Mais während des Wachstums CO2. So wie jede Pflanze. Was aus dem Schild aber nicht hervorgeht ist, dass der Mais genau diese Menge an CO2 aber ja nicht langfristig speichert. Sondern beim weiterverarbeiten gibt er diese Menge wieder ab. Gewonnen wird rechnerisch somit nichts.

Zumal die Maissilage ja für Rinder verwendet wird, die selber CO2 ausstoßen, während sie Lebensmittel produzieren die der Mensch nicht zwingend zum Leben braucht.

Bei Pflanzen die langfristig nicht verbraucht werden sieht dies anders aus. Bäume die zu Möbelholz oder Bauholz werden speichern das CO2 langfristig ein.

Somit verstehe ich die Kampagne nicht.

Hinter der Kampagne steht die Firma Maschinenbau Lehner die landwirtschaftliche Maschinen herstellen. Ich habe die Firma jetzt angeschrieben. Mal sehen, ob sie sich melden.

https://www.br.de/nachrichten/wissen/riesiger-co2-fresser-ist-mais-ein-klimaretter,RkFWkrg

https://www.co2-acker.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Silomais

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Kommunikation

13. September 2020

Zu den ungelösten Rätseln der Menschheit zählt die Frage, warum wir immer mehr, öfter und weiter unterwegs sind, wo doch die digitale Kommunikation die Menschen in Wort, Bild, Schrift, Sound und Emoticons viel schneller enger zusammen bringt, als es jemals in der Geschichte der Fall war.

Harald Welzer, Alles könnte anders sein

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