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Mein Weg zu mehr Fairantwortung
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EKD Denkschrift zum Klimawandel

1. Oktober 2020

Als evangelische Kirche sind wir davon überzeugt, dass zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels und für die Erhaltung der Lebensgrundlagen für künftige Generationen ein einschneidender Mentalitätswandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nötig ist. Eine solche Wende zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise verlangt nach einer Umkehr, die die Bibel »Metanoia« nennt, eine radikale und umfassende Umkehr.

Wir bekennen, dass wir mit dem in den Industriestaaten vorherrschenden Lebensstil und einem allein auf Wachstum setzenden Wirtschaftssystem dieser Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung nicht gerecht geworden sind. Unser Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise tragen dazu bei, dass die Ressourcen der Schöpfung in unverantwortlicher Weise ausgebeutet und Menschen ihrer Lebensgrundlagen und ihrer Lebenschancen beraubt werden. Damit machen wir uns schuldig vor Gott, seiner Schöpfung und unseren Mitmenschen. Der erste Schritt zur Umkehr muss deshalb sein, dass wir uns unser Versagen eingestehen und es nicht länger leugnen, schönreden oder die Probleme auf Nebenschauplätze verschieben.
Dieses Eingeständnis kann eine befreiende Wirkung haben, weil wir darauf vertrauen, dass Gott uns gnädig ist und dass er uns die Kraft geben kann, wirklich umzukehren und neu anzufangen. Die Gnade Gottes und seine verändernde Macht offenbart sich in einzigartiger Weise im Leben und Sterben seines Sohnes Jesus Christus. In Christus hat Gott die Mächte der Sünde und des Todes überwunden, deshalb müssen wir nicht in unserer Schuld verfangen bleiben. Der Glaube an Jesus Christus, in dem Gott uns trotz aller Sünde unsere bedingungslose Liebe gezeigt hat, befreit zu einem neuen und dankbaren Leben, das der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung dient.

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Damit ein anderes, zukunftsfähiges Leben möglich und wirksam wird, muss in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft umgesteuert werden. (…) In der nationalen Politik geht es darum, gesetzliche Rahmenregelungen und wirtschaftliche Anreize einzuführen, um das Konsum- und Mobilitätsverhalten jedes Einzelnen zu verändern. Dies erfordert Konzepte für die Energie-, Wirtschafts-, Verkehrs-, Agrar- und Stadtentwicklungspolitik, mit denen der Verbrauch fossiler Energieträger gedrosselt und auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Darüber hinaus müssen der Naturschutz und die nach- haltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen verstärkt werden, um die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme zu verbessern.

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Im Vertrauen auf Gott und im Glauben an seine Gerechtigkeit bekennen wir uns zu einem Leben, das die Rechte unserer Mitmenschen und zukünftiger Generationen achtet. Wir können nicht auf die bessere Einsicht anderer warten, sondern müssen selbst Zeugnis des Glaubens an die Gerechtigkeit Gottes ablegen.

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Als Christen können wir andere nicht zur Umkehr rufen, wenn wir nicht selbst bereit sind, umzukehren. Dieser Ruf zur Umkehr ist jedoch kein drohender, sondern ein lebensverheißender Ruf. »Kehret um, und ihr werdet leben« – dieser Ruf will Zukunft ermöglichen. Nur scheinbar geht es um Verzicht. Dem, der es sich an Gottes Gaben genug sein lässt, der sich nicht im Streben nach immer mehr verausgabt, wird ein neues und reicheres Leben verheißen. Diesen »Perspektivwechsel« des christlichen Glaubens zu leben und weiterzugeben, ist erste Aufgabe und Verantwortung jedes einzelnen Christen angesichts des Klimawandels, aus dem alle anderen ethischen und politischen Konsequenzen abgeleitet werden können.

https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/klimawandel.pdf

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