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Ernährungsreport 2019

5. Mai 2020

Wie isst Deutschland? Dieser Frage ist im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Meinungsforschungsinstitut forsa im Oktober und November 2018 nachgegangen und hat rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – die vierte Untersuchung seit 2015. Diesen Report habe ich heute gelesen und zeige Euch hier heute die für mich interessantesten Aspekte:

Der Konsum von Fleisch und Wurst nimmt weiter ab. Weniger als ein Drittel (28 Prozent) isst täglich davon, vor zwei Jahren waren es noch 34 Prozent. Dabei verzehren deutlich mehr Männer (39 Prozent) als Frauen (18 Prozent) jeden Tag Wurst und Fleisch. 

Je jünger, desto größer ist der Anteil an Vegetarierinnen und Vegetariern. Unter den 14­ bis 29­Jährigen ernähren sich mit elf Prozent überdurchschnittlich viele Menschen vegetarisch, unter allen Befragten sind es sechs Prozent.

Eine große Mehrheit (81 Prozent) wünscht sich ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen. Wert legen die Befragten darüber hinaus auf Angaben dazu, ob die Lebensmittel umweltverträglich (82 Prozent) und unter fairen sozialen Bedingungen hergestellt wurden (81 Prozent).

Obwohl sich von den Befragten nur sechs Prozent vege­tarisch und ein Prozent vegan ernähren, findet mehr als ein Drittel (35 Prozent) einen Hinweis auf ein vegetari­sches oder veganes Produkt (sehr) wichtig.

Mehr als vier Fünftel der Befragten (84 Prozent) stimm­ten der Aussage zu: Die Verringerung von Lebensmittel­abfällen ist eine geeignete Maßnahme, um eine ausrei­chende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass weniger Fleischkonsum der richtige Weg sei.

Knapp drei Viertel der Befragten (70 Prozent) ist es sehr wichtig, dass Tiere artgerecht gehalten werden.

Fast genauso wichtig sind den Befragten Umweltschutz und soziale Fairness. 68 Prozent wollen, dass die Land­wirtschaft schonend mit den natürlichen Ressourcen umgeht, 64 Prozent legen Wert auf faire Löhne in der Landwirtschaft. Die Ansprüche der Frauen an die Pro­duktion sind dabei in allen Punkten deutlich höher als die der Männer.

Den Befragten ist bewusst, dass hohe Standards bei der Produktion auch ihren Preis haben. Die Deutschen sind grundsätzlich bereit, für Fleisch, das unter besonders tierfreundlichen Bedingungen produziert wurde, auch deutlich tiefer in die Tasche zu greifen (50% der Befragten sagen sie würden bis zu 5 Euro pro kg mehr bezahlen).

Einige Ergebnisse wundern mich wirklich, und ich bezweifle, dass diese Aussagen repräsentativ für ganz Deutschland sind. Denn wenn wirklich dreiviertel der Meinung sind, dass ein reduzierter Fleischkonsum helfen würde die Weltbevölkerung zu ernähren, wieso sind dann nur 6% Vegetarier. Und auch, dass 50% der Befragten mehr Geld ausgeben würden für „gutes“ Fleisch kann ich kaum glauben, und es spiegelt nicht den Verkauf von Discounterfleisch wieder.

Ich denke, dass dieser Gegensatz daher kommt, weil sich viele Menschen benachteiligt fühlen, wenn „nur sie“ eine Änderung herbei führen. Um diesen Widerspruch aufzulösen würde es helfen, wenn die Strukturen Menschen zu ökologischerem Handeln (z.B. Kauf von Biofleisch, bzw. fairem Fleisch) führen würden. Wenn es also ausschließlich noch solches Fleisch gäbe. Schließlich sind 50% der Befragten der Studie sowieso dafür. Ein spannender Gedanke, oder?

Den kompletten Bericht findet ihr übrigens hier.

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